Eine Legende zu Gast
Der weltberühmte Horowitz Flügel No. 314.503 zu Gast in Düsseldorf.
Zur Eröffnung des Steinway-Hauses Düsseldorf kam ein ganz besonderer Ehrengast. Der Konzertflügel mit der Nummer 314.503 - ein Hochzeitsgeschenk der Schwiegereltern - der
50 Jahre lang Vladimir Horowitz (1903 - 1989) auf all seinen weltweiten Tourneen begleitet hat.
"Mein mir treu verbundener Freund" - so nannte Vladimir Horowitz den Steinway Flügel, der ihn von 1941 bis 1989 begleitete. Er spielte ihn nicht nur in seinem New Yorker Appartement, sondern nahm ihn - ohne Ausnahme - auf seinen seinen ausgedehnten Tourneen von Konzertsaal zu Konzertsaal mit - als einer der ersten Musiker, die das taten.
Der Flügel No. 314.503 war schon zu Lebzeiten des großen Maestros eine Legende. Er ist untrennbar mit dem Genie Vladimir Horowitz, seinem fazinierenden Leben und vielen seiner größten Erfolge verbunden.
Aber was unterscheidet die No. 314.503 von anderen Steinway Konzertflügeln? Rein äußerlich sieht er aus wie jedes andere schwarze Steinway D-Modell. Auch ist er weder eine Sonderanfertigung noch besitzt er exklusive Konstruktionsmerkmale. Im Inneren aber befinden sich einige spezifische Feinheiten - nicht konstruktionstechnischer Natur, sondern in Bezug auf Anschlag und Intonation. Feinheiten, die die urgeigene Ton-Individualität des Flügels nuancieren. Horowitz bezeichnete diese als "nasal", und es war die Ton-Qualität, die er bevorzugte.
Es war die Aufgabe von Franz Mohr, der ihn als Konzerttechniker von Steinway & Sons 25 Jahre lang begleitete, das Intrument so zu regulieren, dass es mit der besonderen Flach-Finger-Spieltechnik von Horowitz harmonisierte, und darüber hinaus so zu intonieren, wie das Genie des Meisters es verlangte. Der Spielmechanismus der No. 314.503 wurde verändert: Der Anschlag erfolgte unmittelbarer und das Verschiebungspedal wurde mit dem Effekt der Betonung und Überzeichnung speziell reguliert.
Musikliebhaber erkennen den besonderen Klang des Horowitz Steinways sofort: Der Bass ist durchdringend, rein, kraftvoll, der Diskant klar und brillant. Aber Franz Mohr hat recht, wenn er sagt, dass sich dieser Flügel in keiner Weise von den anderen Steinways unterscheidet. Jeder Steinway besitzt einen individuellen Charakter und ein spezifisches Klangbild. Und sie alle werden nach den Vorlieben der Persönlichkeit, die ihn spielt - sei es ein Amateur, ein Profi oder auch ein Genie -, reguliert und intoniert.
Der Horowitz-Flügel ist unverkäuflich, sein Wert einfach unschätzbar.
Vom 29.Dezember 2009 bis 13. Januar 2010 stand der Konzert-Flügel interessierten Pianisten im Steinway-Haus Düsseldorf zur Verfügung.
Hier sehen Sie eine Auswahl aus unserem Horowitz-Gästebuch:

